11.9.

KÜNSTLER*INNEN
TRAKTORPARADE

 
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Traktorkestar ist die atemberaubende und explosive Blaskapelle, die alles in ihrer Musik drin hat: Süffige Heimwehschmelzlieder werden herzzerschmetternd ins Publikum gepustet, wie edelster Kitsch aus Metallglitzerzeugs, gespaltene Hochstromfanfaren explodieren überhitzt, wie aus brummenden Blechreaktoren. Leidenschaftliche Körpermusik aus dem Blashimmel ist das. Klänge aus der Welt zwischen Schweizer Alplandschaft, Balkanhochzeit, Karibikstrand und rauschenden südamerikanischen Tanzlokalen.
Das Orchester hat im Sturm die Schweiz erobert und bläst mittlerweile genauso stürmisch durch ganz Europa. Traktorkestar verbindet nicht nur eigene Musik mit der anderer Kulturen, sondern schlägt auch Brücken zwischen Stadt und Land, zwischen Tradition und Moderne: zwischen Traktor und Orchester.

Federspiel ist in Östereich was Traktorkester in der Schweiz ist. Ihr Zuhause liegt in den Weinbergen der Wachau und man wähnt sich manchmal auf Grund der nahezu mediterranen Hitze im viel weiter südlich gelegenen Europa. Unter diesen klimatisch besonderen Bedingungen reift der Wein genauso gut wie die Marillen und sogar das orientalisch anmutende Edelgewürz Safran entwickelt dort seine Blüte. Von dort aus projizieren sich sieben junge Musiker in die Welt, bestechen durch ihre künstlerische Weitsicht und innovative Tonsprache. Ihr Publikum entführen sie in skandinavische Sagenwelten, alpenländische Bergketten oder ins Zentrum von Manhattan, tanzen mit zusammengebunden Waden auf brachialen Tanzböden aus Arvenholz. Entlang verwunschener Klangpfade schreitet das verwegene Bläserensemble dann voran, ohne an musikalische oder ethnographische Grenzen zu stossen. Mit unglaublichem Witz, kraftvoll und: Die Burschen können singen.

Das Büchelbox Werkstattorchester sorgt für das Schweizer Holzhorn an der Traktorparade. Der Büchel ist die kürzere, trompetenförmige Variante des Alphorns und wird besonders dem Muotatal zugeordnet. Er repräsentiert und symbolisiert zusammen mit dem Juuzen die Ursprünglichkeit und Wildheit der traditionellen Musik des Tales, wie sie bis heute gepflegt wird. Trotz dieses Status wird der Büchel sogar im Muotatal selber mitunter als «vom Aussterben bedroht» betrachtet. Balthasar Streiff, Alphorn-Querdenker und Mitbegründer des legendären Duos Stimmhorn kümmert sich schon länger um das Erbe dieses aussergewöhnlichen Holzblasinstrumentes. Er hat zusammen mit Yannik Wey Altes und Neues gesammelt und mit einem Werksattorchester in Szene gesetzt. Urschweizerische Klangkraft, Naturtöne aus dem Holz und dies in einer erhabenen unerhörten Urtönigkeit.

Der Jodelclub Säntisgruess pflegt vor allem die Tradition des Naturjodels und der Jodellieder. Hinzugekommen sind Dank dem Komponisten Peter Roth die Toggenburger Psalme und die Toggenburger Jodlermesse. Sie sind fester Bestandteil des Klangweltkosmos und gehören mit zum prägenden Dreigestirn der Jodelchöre im oberen Toggenburg. Sie hüten, wahren und bewahren sensibles und einmaliges Kulturgut ihrer Heimat.

Der Jodelclub Thurtal datiert auf den Sommer 1986 zurück, als  erste konkrete Anfänge zur Gründung eines neuen Jodelclubs gemacht wurden. Fünf der Gesangswilligen waren Söhne, deren Väter im Jodelclub Säntisgruess sangen.
Da dort zum damaligen Zeitpunkt keine Neumitglieder gebraucht wurden, entschieden sich die jungen Männer eine neue Gruppe auf die Beine zu stellen. Ihre kräftigen Stimmen gehen unter die Haut. Ihre eigene Klangfarbe fügt sich damit charakteristisch zwischen dem Jodelchor Säntisgruess und dem Churfirstenchörli ein. Drei Chöre, drei eigene Klangkosmen.